Mit Freunden feiern. Was gibt es Schöneres? Richtig, mit Freunden UND guter Musik feiern! Das alles ist keine Wunschvorstellung, sondern wird im Berliner Nachtleben
regelmäßig zur Realität. Man geht einfach ins ICON, dem Wohnzimmer der Sexinvaders. Oder man hat das Glück und ist zu einem Zeitpunkt in der Stadt, wenn Schluck den Druck zum Rausch mit Freunden Festival einladen. Treffender hätte kein Titel das zweite Intermezzo mit Meta und den Invadern beschreiben können. Die zweite MetaVasion ist noch wilder, noch länger, noch mather!
Mit Freunden feiern. Für viele Künstler stellt dies und die Leidenschaft für die Musik ein verbindendes Element dar. Gleichzeitig auch den Brückenschlag zwischen Beruf und Privatem. Ein sich ständig wiederholender Drahtseilakt. Auf der einen Seite die Arbeit und auf der anderen Seite der Spaß. Wenn man dann auch noch Spaß bei der Arbeit hat, dann ist man entweder DJ und oder ein verdammt glücklicher Mensch. Der Weg zum hauptberuflichen Disk-Jockey war wie bei Sonne auch bei David kein geradliniger. Doch ist er schon lange mit der Musik verbunden. In jüngeren Jahren (also jung ist er ja noch, aber war natürlich auch mal jünger, wie wir alle) hat bereits in diversen Bands gespielt und beherrscht daher auch mehrere Instrumente. Dies alles noch zu einer Zeit, als für Ihn der Begriff Sonne noch einzig und allein mit einem hellen Fixstern am Firmament verbunden war. Erst über Umwege kam er nach seinem BA-Studium und mehreren Berufsjahren, die er erst nahe der Heimat im Allgäu absolvierte und dann später in Berlin, über mehrere Zufälle in Kontakt mit dem einzig wahren Sonne. Denn es gab eine Zeit im Leben der Beiden, als Sie jeder für sich als Solo-DJ-Künstler unterwegs waren. War es Liebe auf den ersten Blick? Soweit wollen wir nicht gehen.
Wer mehr dazu erfahren möchte, kann sich ja später dies Interview ansehen, also wer es noch nicht eh schon kennt. Dort könnt ihr auch gleichzeit das alte RAW-Gelände betrachten. Doch in jedem Fall war Beiden recht schnell klar: „Das kann funktionieren! Und wenn, dann wird es gut!“ Dass Ihr Instinkt Recht behalten hat, zeigt der Erfolg. Doch genug des Lobes. Lassen wir den Druck raus. Dazu nochn Schluckm Vodka-Mathe. Und fertig ist der Rausch…OK fast.

Auf dem Gelände des M.I.K.Z. gab es wie gesagt Anfang August für alle Feierwütigen neben Vodka-Mathe noch weitere Zutaten, die zu einem Rausch der besonderen Art führten. Auf drei Tage und drei Nächte angelegt, gab es für einen bezahlbaren Preis ein qualitativ hochwertiges Angebot. Und top Wetter als Gratis-Zuschlag obendrauf. Auf mehreren Floors heizten mehrere dutzend DJs aus Berlin und dem anliegenden Europa, man kann es fast schon als eine Art Familientreffen bezeichnen, das Gelände elektronisch auf. Garniert wurde das Ganze mit Non-Stop-Verpflegung, Chill-Out-Areas, guten Leuten und sogar einem Hinterhofstrand. Etwas spärlich füllten sich am ersten Abend die heiligen Hallen, als müsste sich die Kunde über das anstehende Ereignis im Laufe der Nacht erst noch über die weiten Felder Berlins verbreiten. Doch nach und nach füllten sich die Stages.
Als dann The Stereo Youth nach Mitternacht auf der Hauptbühne so langsam die Kanonen eingestellt hatten und die ersten richtig dicken Kugeln abfeuerten, setzen auch die letzten anwesenden Gäste die Segel auf Volle-Kraft-Voraus. In dieses Horn bzw. Segel bließen dann auch The Sexinvaders. Bis zum Anschlag, sodass bei dem ein oder anderen nach dem Set (notwendigerweisse) schon leichte Verschleißerscheinungen an den Segeln erkennen zu waren. Also bei mir war zu dem Zeitpunkt schon die ein oder andere Delle sichtbar. Wer im Anschluss daran noch das Spektakel von Schluck den Druck auf sich nahm und überlebte, gönnte sich danach vermutlich im Angesicht der langsam aufgehenden Morgensonne einen erneuten Wach-Mach-Drink oder ein frisch gezapftes Hopfengetränk. Welch ein grandioses Gefühl das ist, nach durchgefeierter, durchzechter und durchgetanzter Nacht die Sonnenstrahlen auf dem Gesicht zu spüren. Dabei weiter minimalistischen Klängen zu lauschen, bis der Körper endgültig (und dann auch zu Recht) nach Ruhe verlangt. Einfach Herrlich! Diese wohlverdiente Ruhe war aber nur von kurzer Dauer. Weitere Highlights still to come!
Nach kurzer Nacht bzw. einem Nachmittagsnickerchen stand auf dem Programm für die kommende Nacht bereits der nächste Auftritt: Stereo Youth vs Sexinvaders hiess es beim diesjährigen Stereocity-Festival / Ferropolis, in Gräfenhainichen. Dem ein oder anderen sicher vom Sehen her auch bekannt vom MELT-Festival, des ebenso auf diesem Gelände in Sachsen-Anhalt stattfindet. Man sollte glauben, dass sich die Motivation nach anstrengender Nacht auf eine Zwei-Stunden-Autofahrt (sowohl hin als auch zurück) eher in Grenzen hält. Fehlanzeige. Mit dem Pink-Pong Promo Zoo an Bord ging es in der Nacht auf in den Osten. Nach nächtlicher Fahrt angekommen, gab es erstmal kleinere Missverständnisse in Bezug auf Einlass und Parksituation. Doch in der Ruhe liegt die Kraft. Ist man mit den Sexinvaders unterwegs, hat man nie das Gefühl, dass es irgendwas gibt, was die Beiden aus der Ruhe bringen könnte. Sie strahlen neben dieser Ruhe auch immer diese unglaubliche Wärme und Gutherzigkeit aus, der man sich nicht entziehen kann. Positive Lebensenergie, Jux und Dollerei inkludiert. Wieder einmal beste Voraussetzungen für einen Top Gig; Zusammen mit den Stereo Youth Jungs und ein paar handvoll Feiergeparden im Gepäck.
So ging es dann zunächst einmal weiter mit Bart B More, der der Menge gut einheizte. Auf dem danebenliegenden Hauptfloor konnte man, je nach Lust und Laune, eher minimalistisch angehauchten Sound genießen. Darüberhinaus gab es auch noch zwei, drei üble Zappelbunker, die schon von weitem ein lautes Hämmern und Pochen vernehmen ließen. Gegen frühen Morgen, die ersten Sonnenstrahlen waren schon im Anmarsch, war es dann wieder so weit. Die Pink-Pong Fraktion und der Promo Zoo in bester Feierlaune und die doppelte Portion DJs am Mischpult war es eine gelungene Show zu früher Stunde und in einfach traumhafer Location. So viel dann auch im Laufe des Sets im Angesicht der Szenerie der Spruch bzw. die rhetorische Frage: „Kann es einen schöneren Beruf geben?“ Wohl kaum, wenn man macht was man liebt und mit der Family on Tour immer einen riesen Spass hat beim Auflegen. Wenn man sich im selben Moment dann auch Sonne anschaut, wie akribisch er den nächsten Track vorbereitet um ihn dann noch leidenschaftlicher zu rocken, bleibt die Frage stumm beantwortet im Raum der Zeit stehen. Vielen Dank an der Stelle an Beatelic für das Festhalten von vielen schönen Momenten auf digitalem Lichtbild.

Einen runden Abschluss bildete nach erfolgreich bestrittener Heimfahrt, vielen Dank an die souveränen Fahrer, ein mittäglicher Abstecher bei den Freunden im Rausch. Das Festival, zu dem Zeitpunkt noch in vollem Gange, war selbst nach vergangenem Sonnenhöchststand noch gut besucht und bot Luft und Raum um nochmal runterzukommen, bevor es wieder einmal an der Zeit war zur Ruhe zu kommen. Der Zusatz „zu dem Zeitpunkt“ rührt daher, dass auf drei Tage angelegt, das Festival vorzeitig per Ordnungsgewalt zu einem jähen Ende gebracht wurde. Es kreiert wohl nicht nur bei mir einen bitteren Beigeschmack, wenn ein berauschendes Fest durch einen Polizeieinsatz beendet wird, zu einem Zeitpunkt wo keinerlei Abbruchzwang in Bezug auf Gesundheit oder Sicherheit der Festivalteilnehmer bestand. Gerüchten zur Folge könnte das wirtschaftliche Eigeninteresse konkurrierender Veranstalter den Grund für den Einsatz der Ordnungshüter gestellt haben. Sollte dies der Wahrheit entsprechen, fragt man sich warum nicht eine Lösung im konstruktiven Diskurs gesucht wurde, statt im Kampf und sich hinter dem deutschen Recht versteckend auf Kosten der Allgemeinheit. Was wir daraus lernen, bleibt jedem selbst überlassen.
Bei mir bleiben nach diesem Wochenende zwei positive Erkenntnisse hängen bzw. wurden mir wieder einmal bestätigt und gestützt hat. Erstens: Im Bereich Tech-Elektro führt mittlerweile in Deutschland kein Weg mehr vorbei an den Sexinvaders. Wobei es eigentlich den Sexinvaders nicht gerecht wird, wenn ich versuche Sie mit dieser Bezeichnung in eine musikalische Schublade zu stecken. Anyway. An diesen beiden Jungs werden wir in den nächsten Jahren vermutlich noch viel Freude haben, an guter Musik und spannenden Projekten. 5 Jahre und noch hoffentlich viele mehr!
Kommen wir zu Zweitens und letztens für heute: Es ist eine Seite der Medaille, bekannt und erfolgreich zu sein. Die andere aber, die weniger leicht zu sehen ist, dabei im Herzen ein guter Mensch zu bleiben und zwischen Exzess und Entspannung die richtige Balance zu finden. Dies ist die wahre Herausforderung in dieser Branche. Beides scheinen die Sexinvaders geschafft zu haben und ich freu mich den Weg weiter mit zu gehen. Wo auch immer er hinführen mag. Bei der nächsten MetaVasion gibt es wieder neue Einblicke und Erkenntnisse. Meta bleibt meta und natürlich auch in Zukunft weiter mit den Invaders. Es macht mir Spass und euch hoffentlich auch! In diesem Sinne: Save the Rave!