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Es war Donnerstag, Donnerstag der 25.02.2010, morgens und mittags und nachmittags bis hin zum frühen Abend. Auf diesen Donnerstag hatte sich keiner sonderlich gefreut, zwei drei kleine Mäuschen vielleicht, die jeden Tag aufs Neue faulenzend das Schönste aus der Welt ziehen, sonst aber wurde die Bahn pünktlich erwischt, gearbeitet, geputzt. Es wurde, wie sich’s gehört, der Ernst des Lebens ernst genommen.

Auf einmal aber zwitschern die Vögel. In dieser grauen Wolkendecke ein Loch, das sich befreiend in den Himmel frisst und ihn zum Strahlen bringt. Weites Blau. Sonnenschein.

Ein Jedermann ist und begibt sich aus dem Häuschen, rennt mit ausgestreckten Armen durch die Gassen, leckt sich auf die Haut rieselnde Sonne von den Fingern, Frühstück auf dem Balkon, Kurzarmshirt! Wir spielen auf den Strassen und tanzen auf dem Spielplatz, scheinen und funkeln und blinzeln und strahlen… Guten Morgen Frühling.

Wunderbare Künstler singen wunderbare Lieder an wunderbaren Orten… Das Projekt “They Shoot Music” aus Österreich bietet eine Palette voller Perlen; Musiker draussen, Musiker drinnen, ausgestattet mit nichts als einer Stimme und einem Instrument. Sie musizieren die Welt aus dem Himmel, und doch bleibt das Gefühl, als sässen sie neben uns am Küchentisch…

Reinhören am besten bei Soko. Und Taschentücher griffbereit haben.

www.theyshootmusic.at

Die Schaukel

Auf meiner Schaukel in die Höh,
was kann es Schöneres geben!
So hoch, so weit: die ganze Chaussee
und alle Häuser schweben.

Weit über die Gärten hoch, juchhee,
ich lasse mich fliegen, fliegen;
und alles sieht man, Wald und See,
ganz anders stehn und liegen.

Hoch in die Höh! Wo ist mein Zeh?
Im Himmel! ich glaube, ich falle!
Das tut so tief, so süß dann weh,
und die Bäume verbeugen sich alle.

Und immer wieder in die Höh,
und der Himmel kommt immer näher;
und immer süßer tut es weh –

der Himmel wird immer höher.

(Richard Dehmel)

Wenn klebende Spuren letzter Feierwut an einem Montag sich der sogenannten Realität zu beugen haben, dann gibt’s nur eine einzige Medizin: ein Löffelchen voll Zucker…

Knusper knusper knäuschen,

Wir knabbern an Kaffeeladens Häuschen,

Denn hier gibt’s, was uns gefällt:

Die allerbesten Torten der Welt!

Wer also noch alle Tassen im Schrank hat – der Reihe nach oder auch nicht – begibt sich schnellstens ins schöne Friedrichshain und probiert da die ebenfalls in hübschem (Glas-) Schrank präsentierten Kuchen des Kaffeeladens. Nach einem einzigen Löffelchen schon wird der Himmel blau und die Sonne lacht aus ihrem Versteck, lacht so laut, dass der Schnee schmilzt und saftig grünes Gras wächst, kunterbunte Blumen spriessen und Schmetterlinge tanzen… Ach, gepriesen seid ihr göttlichen Torten!

kaffeeladen, simon-dach-straße 41, berlin

Auf goldnem Königsstuhle thronend, unübertroffen an Wahnsinn und Herrlichkeit, wir wollens zum prächtigsten Video aller Zeiten küren: Frontier Psychiatrist von The Avalanches.

God bless you.