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Seit fünf  Tagen nun steht Herbert der Hirsch prachtvoll auf unsrem Küchentisch. Im überfüllten Weihnachtsregal eines von wuselnden Last-Minute-Geschenkeinkäufern überrannten Kaufhauses verstaubt und beinahe untergegangen, konnte Glitzerherbert in letzter Sekunde gerettet und zu neuem Stolz erweckt werden. Warum er wohl im Regal zurück gelassen wurde, obschon er, grösser und funkelnder als alle andern, aus der Masse sich erhob? Eine Frage, deren Antwort sich zügig zusammenreimen lässt: Da das Plastiktier nach 100 Jahre alter Tradition in Bayern hergestellt wurde und Ino Schaller das Glitzerbad für seine Hirsche so gut wie mit eigenen Händen anrührt, war für Herbert denn auch der dementsprechende Geldschein zu zücken. So manchem ist ein solcher „Spass“, wie sie da draussen es lieblos zu nennen pflegen, zu teuer. Fälschlicherweise nimmt der traditionsbewusste Bürger nämlich an, Herbert und seine Freunde hätten bloss an Weihnachten die Gabe, ihre Umgebung zu entzücken – danach soll der Kram mit dem übrigen Festtagsklimbim schleunigst in einer Kiste auf dem Dachboden landen. Dank dieses Irrtums findet der Glitzerhirsch-Schätzende in den letzten Tagen des Öfteren bis zum Wahnsinn vergünstigte Kostbarkeiten… Erntezeit!